Das Hormon Cortisol wird von den Nebennieren produziert und spielt eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel, v.a. im Umgang des Körpers mit Stress. Deswegen wird Cortisol auch oft als "Stresshormon" bezeichnet. Viele Ärzte in öffentlichen Interviews beschreiben Cortisol auch oft als "Flucht- bzw. Kampfhormon" in Bezug auf den Steinzeitmenschen. Denn wenn damals Gefahr drohte mobilisierte das Hormon Cortisol alle verfügbaren Energiereserven im Körper, um entweder den Kampf aufzunehmen oder so schnell wie möglich fliehen zu können. Auf den ersten Blick könnte Man(n) meinen, dass Cortisol somit doch eigentlich NUR positive Effekte haben müsste, wenn es die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit erhöht. Kurzfristig ist dies auch so. Nach der Stresssituation normalisiert sich der der Cortisolspiegel wieder, der Körper kommt wieder zur Ruhe und regeneriert. Was passiert jedoch mit dem Cortisolspiegel wenn die Stresssituationen länger anhalten oder, schlimmer noch, sogar chronisch werden?! Wissenschaftliche Studien belegen, dass chronischer Stress zu einer Überaktivierung der "Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse" (HPA-Achse) führen kann. Eine solche Überaktivierung führt dann zu einem dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel ("Annual Review of Neuroscience", 2011, 34: 365-391, McEwen/Gianaros).
Weitere Studien zeigen, dass Schlafentzug sowie ein zu hoher Körperfettanteil ebenfalls zu einem erhöhten Cortisolspiegel, zu einer reduzierten Reaktionsfähigkeit und einer vermehrten Aufnahme von kalorienreichen Snacks führen können ("Sleep curtailment is accompanied by increased intake of calories from snacks.", veröffentlicht im "The American Journal of Clinical Nutrition", 2013; "The effect of partial sleep deprivation on weight-lifting performance.", veröffentlicht im "European Journal of Applied Physiology", 2013; "The effects of sleep extension on the athletic performance of collegiate basketball players.", veröffentlicht im Magazin "Sleep", 2011; "Visceral fat accumulation is associated with increased plasma corticotropin-releasing hormone and reduced cortisol responses to corticotropin-releasing hormone but not adrenocorticotropin in healthy young men.", veröffentlicht im "The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 1996, 81(2): 559-565; "Cortisol secretion in relation to body fat distribution in obese premenopausal women.", veröffentlicht im "Metabolism", 1997, 46(8): 912-916; "Central obesity and cortisol responses to waking in middle-aged men and women.", veröffentlicht im "International Journal of Obesity", 2003, 27(9): 1168-1178).
Wir wissen jetzt, dass chronischer Stress, zu wenig Schlaf, schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung den Cortisolspiegel dauerhaft erhöhen können. Aber welche Folgen kann ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel speziell auf den Körper des Mannes haben?! Auch hier gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass der Testosteronspiegel bei einer dauerhaft erhöhten Cortisolproduktion signifikant abnimmt ("Endocrine and behavioral effects of testosterone in high-anxiety men.", veröffentlicht im "Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism", 1999; "Testosterone and cortisol in relationship to dietary nutrients and resistance exercise.", veröffentlicht im "Journal of Applied Physiology", 1997; "Salivary testosterone and cortisol in rugby players: correlation with psychological overtraining items.", veröffentlicht im "British Journal of Sports Medicine", 2006).